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Haushaltsbuch mit oder ohne Kontoverknüpfung? Was sicher ist und was besser funktioniert

Where Went · Veröffentlicht · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: In der EU ist es grundsätzlich sicher, dein Konto mit einer Haushaltsbuch-App zu verknüpfen. Die App darf dein Konto nur lesen, kann kein Geld bewegen, und du bestätigst die Verbindung alle 180 Tage neu. Die eigentliche Frage lautet also: Aufwand oder Aufmerksamkeit? Die Kontoverknüpfung spart dir das Tippen. Wenn du selbst einträgst, fällt dir jede Ausgabe auf, Bargeld zählt mit, jede Bank funktioniert, und deine Kontoauszüge bleiben bei dir. Unsere Meinung: Wenn du weniger ausgeben willst, fang von Hand an.

Weiter unten: was beim Klick auf „Verbinden“ wirklich passiert, welche Risiken es gibt (und welche nicht), was du beim Selbsteintragen gewinnst und verlierst, und eine Routine, mit der du auch nach dem ersten Monat dranbleibst.

Was passiert, wenn du dein Konto mit einer Haushaltsbuch-App verknüpfst?

Du erlaubst der App, dein Konto über die offizielle Schnittstelle deiner Bank zu lesen. Die EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) nennt das einen Kontoinformationsdienst. Wer ihn anbietet, die App selbst oder eine Firma im Hintergrund, muss bei einer Finanzaufsicht in der EU registriert sein. Der Dienst sieht Kontostände und Umsätze. Zahlungen auslösen kann er nicht.

Ein paar Dinge, die du vor dem Klick auf „Verbinden“ wissen solltest:

  • Der Name auf dem Bildschirm ist oft nicht die App. Viele Haushaltsbuch-Apps verbinden sich nicht selbst mit Banken. Sie nutzen einen Dienstleister wie Tink oder finAPI, und dem gibst du eigentlich den Zugriff.
  • Du bestätigst wie bei einer Überweisung. Du meldest dich mit deinen Online-Banking-Daten an und gibst die Anfrage in deiner Banking-App oder per TAN frei.
  • Nach 180 Tagen läuft die Freigabe ab. Seit dem 25. Juli 2023 darf die Verbindung laut EU-Regeln 180 Tage laufen, bevor du sie neu bestätigen musst. Vorher waren es 90 Tage (Delegierte Verordnung (EU) 2022/2360). Ignorierst du die Erinnerung, kommen einfach keine neuen Umsätze mehr an.

Ist es sicher, das Bankkonto zu verknüpfen?

Technisch gesehen meistens ja. Stiftung Warentest hat im Oktober 2023 acht Budgetplaner getestet und schreibt: „Sicherheitsmängel konnten die Tester keine feststellen, alle Apps halten die gesetzlichen Vorschriften ein.“ Ein reiner Lesezugriff kann dein Konto nicht leerräumen. Die Risiken, die bleiben, betreffen deine Daten und die Firma hinter der App.

Darüber solltest du eher nachdenken:

  • Deine Kontoauszüge verraten viel über dich. Wo du einkaufst, was du verdienst, wie hoch deine Miete ist, in welche Apotheke du gehst. Lies die Datenschutzerklärung und achte darauf, was die Firma mit diesen Daten macht, zum Beispiel ob sie dir darauf basierend Angebote zeigt.
  • Firmen ändern sich. Mint, eine der bekanntesten Budget-Apps in den USA, wurde im März 2024 eingestellt. Die Nutzer wurden zu Credit Karma geschickt, wo es die Budgetfunktionen von Mint nicht gab (CNBC, auf Englisch).
  • Schau nach, wer dahintersteckt. Der Name des Dienstleisters sollte auf dem Verbindungsbildschirm stehen. Registrierte Anbieter findest du in der Unternehmensdatenbank der BaFin oder im Register der Europäischen Bankenaufsicht (EBA), das die ganze EU abdeckt.

Was gewinnst du, wenn du selbst einträgst?

Vor allem Aufmerksamkeit. In einer Studie von 2001 im Journal of Consumer Research fand Dilip Soman heraus: Eine Zahlung bremste den nächsten Kauf stärker, wenn die Leute den Betrag selbst aufschreiben mussten, wie bei einem Scheck, und wenn das Geld sofort vom Konto ging (Zusammenfassung, auf Englisch). Eine Ausgabe in eine App zu tippen ist nicht dasselbe, wie einen Scheck auszufüllen. Die Idee dahinter ist aber die gleiche: Du schaust dir den Betrag noch einmal bewusst an.

Dazu kommt:

  • Bargeld zählt mit. Die Kontoverknüpfung sieht eine Abhebung über 200 Euro und danach nichts mehr. Wenn du selbst einträgst, bekommen Wochenmarkt, Friseur und Trinkgeld ihre eigene Kategorie.
  • Kategorien stimmen sofort. Eine verknüpfte App sieht eine Zeile wie PAYPAL *EBAY oder AMZN Mktp DE und muss raten. Ein Supermarkt, der auch Kleidung verkauft, landet bei Lebensmitteln. Du korrigierst es später, oder das Diagramm bleibt falsch.
  • Jede Bank funktioniert. Ein Konto im Ausland, eine Bank, die der Dienstleister nicht unterstützt, die Spardose zu Hause.
  • Nichts zu erneuern. Keine Erinnerung alle 180 Tage, und nichts geht kaputt, wenn deine Bank ihre Systeme umstellt.
  • Niemand sonst bekommt deine Kontoauszüge. Die App kennt nur, was du eintippst.

Was gibst du dafür auf?

Zeit und etwas Genauigkeit. Wenn du dreimal am Tag etwas bezahlst, sind das rund 90 Einträge im Monat. Bei etwa 10 Sekunden pro Eintrag kommen 15 Minuten zusammen. Vergisst du ein paar davon, laufen deine Summen und dein echter Kontostand auseinander.

Stiftung Warentest sagt es deutlich: Apps mit Kontoverknüpfung schnitten besser ab, weil jede Buchung automatisch im Haushaltsbuch landet und eine Kategorie bekommt. „Das vereinfacht das Führen des Haushaltsbuches sehr.“ Stimmt. Wenn du weißt, dass du nichts eintragen wirst, ist eine verknüpfte App besser als eine leere.

Mit Kontoverknüpfung oder von Hand: was passt zu dir?

Mit KontoverknüpfungSelbst eintragen
Aufwand pro TagFast keiner, außer Kategorien korrigierenEin paar Sekunden pro Zahlung
BargeldEine Zeile pro AbhebungJede Barzahlung, wenn du sie einträgst
KategorienAus dem Händlernamen geratenVon dir gewählt
Unterstützte BankenNur die des DienstleistersJede Bank, jedes Konto
Erneuern (EU)Alle 180 Tage neu bestätigenNie
Wer deine Umsätze siehtDie App und ihr DienstleisterNur das, was du eintippst
Wann dir Ausgaben auffallenSpäter, in der AuswertungSchon beim Eintragen

Die Kontoverknüpfung passt zu dir, wenn du mehrere Konten und Karten hast, deine Ausgaben schon gut kennst und vor allem einen Überblick über alles willst, was dir gehört.

Selbst eintragen passt zu dir, wenn du weniger ausgeben willst, viel bar zahlst, eine Bank nutzt, die die App nicht unterstützt, oder deine Kontoauszüge einfach nicht teilen willst.

Es gibt auch einen Mittelweg. Viele Banking-Apps sortieren Kartenzahlungen schon selbst in Kategorien. Dafür nutzt die Bank Daten, die sie sowieso hat, ganz ohne Dritte. Das deckt aber nur diese eine Bank ab, Bargeld und andere Konten fehlen. Manche nutzen die Banking-App für einen schnellen Blick und ein Haushaltsbuch für das ganze Bild.

So führst du ein Haushaltsbuch von Hand, ohne aufzugeben

Ein Haushaltsbuch von Hand scheitert meistens auf die gleiche Weise. Du lässt ein paar Tage aus, der Rückstand wächst, und das Nachtragen fühlt sich an wie Hausaufgaben. Diese Gewohnheiten verhindern das:

  1. Trag es beim Bezahlen ein. An der Kasse, auf dem Parkplatz, auf dem Weg aus dem Laden. Abends hast du die Hälfte vergessen.
  2. Fang bei heute an. Trag ein, was gerade auf jedem Konto liegt. Versuch nicht, die letzten drei Monate nachzutragen.
  3. Fixkosten am ersten Tag. Miete, Handy, Abos. Dann weißt du von Anfang an, was für den Monat wirklich übrig ist.
  4. Bargeld abheben ist eine Umbuchung. Buch die 200 Euro vom Girokonto auf ein Konto „Bargeld“ und trag dann ein, was du davon ausgibst. Trägst du die Abhebung zusätzlich als Ausgabe ein, zählst du dasselbe Geld doppelt.
  5. Einmal pro Woche abgleichen. Sonntagabend, zehn Minuten: Vergleich jeden Kontostand mit deiner Banking-App. Stimmt etwas nicht, fehlt eine Zahlung. Such sie im Kontoauszug und trag sie nach.
  6. Runde, wenn es hilft. Aus 4,80 Euro dürfen 5 Euro werden. Ungefähr reicht.

Am Monatsende schaust du dir die Ausgaben nach Kategorie an und suchst dir eine aus, bei der du nächsten Monat weniger ausgibst. Nur eine.

Unterm Strich

Dein Konto zu verknüpfen ist nicht gefährlich, und für manche ist es die richtige Wahl. Aber wenn du ein Haushaltsbuch willst, weil das Geld vor dem Gehaltseingang immer wieder weg ist, dann ist das Eintippen jeder Zahlung aus unserer Sicht genau der Teil, der etwas ändert. Deshalb haben wir Where Went ohne Bankverbindung gebaut: Es läuft im Browser, kostet nichts, und Umbuchungen zwischen deinen eigenen Konten (wie die Bargeldabhebung) zählen nicht als Ausgabe. Wenn du lieber erst vergleichen willst, findest du hier sechs Haushaltsbuch-Apps ohne Bankverbindung.

Häufige Fragen

Kann eine Haushaltsbuch-App Geld von meinem Konto abbuchen?

Nicht mit einem Kontoinformationsdienst, denn der darf nur lesen. Zahlungen auszulösen ist nach EU-Recht ein eigener Dienst, und jede Zahlung müsstest du selbst freigeben.

Was passiert, wenn die 180 Tage abgelaufen sind?

Neue Umsätze kommen erst wieder an, wenn du die Verbindung mit deinen Online-Banking-Daten neu bestätigst. Was die App schon importiert hat, bleibt in der Regel erhalten.

Wie entziehe ich einer App den Zugriff auf mein Konto?

Lösch zuerst die Bankverbindung in der App. Manche Banken zeigen verbundene Drittanbieter auch im Online-Banking an, dort kannst du den Zugriff widerrufen. Sonst frag bei deiner Bank nach.

Reicht die Ausgabenübersicht meiner Banking-App?

Für ein Konto oft schon. Bargeld, andere Banken oder die Karte deines Partners sieht sie aber nicht, deshalb zeigt sie nicht deinen ganzen Monat.

Soll ich wirklich jeden kleinen Einkauf eintragen?

In den ersten zwei Monaten ja. Kaffee, Snacks und Parken sind oft die Überraschung. Danach tragen manche kleine Barbeträge einfach einmal pro Woche als eine Summe ein.

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